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Ringier stellt PresseTV-Sendungen ein - Mehrere Kündigungen (AF) (29.05.2012 / 14:41:02)

Zürich (awp/sda) - Ringier stellt die Produktion seiner PresseTV-Sendungen Ende 2012 ein. Dazu gehören die Formate "cashTV", "GesundheitSprechstunde", "MotorShow tcs" und "SonntagsBlick Standpunkte". Die Sendungen sind seit Jahren unrentabel. Mehrere Mitarbeitende werden entlassen.

Wie Ringier am Dienstag mitteilte, fallen damit 35 Vollzeitstellen weg. Wie viele Mitarbeitende die Kündigung erhalten und wie viele an einem anderen Ort im Unternehmen beschäftigt werden, ist bis jetzt noch unklar.

Die Kündigungen werden per Ende 2012 ausgesprochen. Ein Sozialplan ist vorgesehen. Die Redaktionsteams am Sitz in Zürich Oerlikon wurden am Dienstagmorgen über das Ende ihrer Sendungen informiert. Am Nachmittag begannen bereits die ersten Kündigungsgespräche.

Wie Ringier-Sprecher Edi Estermann auf Anfrage der sda sagte, waren nicht alle Sendungen unrentabel. Es bringe aber wenig, einzelne Formate weiterzuproduzieren. Die Geschäftsleitung habe deshalb den Grundsatzentscheid gefällt, das gesamte Paket einzustellen.

WIRTSCHAFTSKRISE UND BAKOM-EINSCHRÄNKUNGEN

Grund für die roten Zahlen sind die zu geringen Werbeeinnahmen. Die Wirtschaftskrise ist gemäss Estermann aber nur einer der Gründe, weshalb Ringier nicht mehr Werbung verkaufen konnte. Das Medienhaus kritisiert den Bund, konkret das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), und dessen Richtlinien. "Sie machen es schwierig, genügend Werbung schalten zu können."

PresseTV erhält von der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG zwar einen Sendeplatz beim Schweizer Fernsehen und eine gewisse Abgeltung - ohne Werbeblöcke können die Produzenten ihre Programme aber nicht finanzieren.

PresseTV ist eine Aktiengesellschaft von Medienhäusern. Neben Ringier sind auch die "Basler Zeitung", die "Neue Zürcher Zeitung", Axel Springer Schweiz und die deutsch-japanische Development Company for Television Program (DCTP) daran beteiligt. Ringier produzierte fast die Hälfte der PresseTV-Sendungen.

PRESSETV BEDAUERT DEN AUSSTIEG

PresseTV, das heisst dessen verbleibende Aktionäre, bedauern den Ausstieg Ringiers. Was mit den frei werdenden Sendeplätzen passiere, werde demnächst mit den Verantwortlichen der SRG und des Schweizer Radio und Fernsehens SRF besprochen, teilte das "Verlegerfernsehen" noch gleichentags mit.

Der Zusammenarbeitsvertrag mit der SRG läuft noch bis Ende 2013. Wie PresseTV-Präsident Wolfgang Frei schreibt, hat PresseTV die Absicht, diesen Vertrag auch nach dem Ausstieg von Ringier per Ende 2012 weiterzuführen. Die privat produzierten Sendungen sollen also bis mindestens Ende 2013 weiterlaufen.

Ohne die Ringier-Sendungen besteht PresseTV noch aus "NZZ Format", "Basler Zeitung Standpunkte", "BILANZ Standpunkte", "NZZ Standpunkte" und "BekanntMachung".

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Datenquelle:  SIX Financial Information AG
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